Journal · Herkunft · 7 Min

Vier gescheiterte Businesses mit 18: Was Mario De Luca daraus gelernt hat

Mit 18 habe ich vier Dinge angefangen, und aus keinem ist etwas geworden. Am Ende saß ich mit fünfstelligen Schulden im Kinderzimmer. Das ist kein Kapitel, auf das ich stolz bin. Aber es ist das Kapitel, ohne das es alles danach nicht gäbe.

Von Mario De Luca · 13.10.2026

Kurz: Dropshipping, Trading, Memecoins, eine eigene Modemarke — viermal versucht, viermal nichts. Gelernt habe ich daraus vor allem eins: Taktiken kann man kopieren und verlieren, Systeme baut man selbst und behält sie. Seitdem baue ich nur noch Systeme.

Woher ich komme

Meine Eltern kamen aus Südamerika nach Deutschland. Mein Vater konnte kein Deutsch, als er hier ein Eiscafé aufgebaut hat. Er hat es trotzdem geschafft — bis andere es aus Neid zerstört haben. Danach sind beide Vollzeit arbeiten gegangen, und so ist es geblieben. Mein Vater ist heute über 60 und arbeitet immer noch.

Ich erzähle das nicht, um Mitleid zu holen. Ich erzähle es, weil man den Rest nur so versteht. Ich bin in einem Haus groß geworden, in dem man gesehen hat, dass Fleiß allein nicht reicht. Mein Vater hat mehr gearbeitet als die meisten Menschen, die ich kenne. Was ihm gefehlt hat, war nicht Einsatz, sondern etwas, das bleibt, wenn einer einen schlechten Tag hat — oder wenn jemand anderes es kaputt machen will.

Vier Versuche, viermal nichts

Mit 18 wollte ich schnell raus aus dieser Gleichung. Also habe ich angefangen, nacheinander, mit allem, was ich hatte:

  • Dropshipping. Ein Shop, Produkte, Werbung.
  • Trading. Charts, Einstiege, Ausstiege.
  • Memecoins. Der nächste große Sprung, der nie kam.
  • Eine eigene Modemarke. Mein eigener Name auf etwas, das man anfassen kann.

Viermal versucht, viermal nichts. Am Ende standen fünfstellige Schulden, und ich saß damit in meinem Kinderzimmer. Ich schreibe das so nüchtern, wie es war. Schulden sind kein Abzeichen und keine Mutprobe, die man vorzeigt. Sie sind eine Last, und sie lasten nicht nur auf einem selbst, sondern auch auf den Menschen, mit denen man unter einem Dach wohnt.

Ich empfehle niemandem, diesen Weg nachzugehen. Wenn dieser Text einen Zweck hat, dann den, dass jemand die Abkürzung über die Schulden auslässt.

Das Muster hinter den vier Fehlschlägen

Lange habe ich gedacht, ich hätte viermal das falsche Thema erwischt. Im Rückblick war es viermal derselbe Fehler. Jeder dieser Versuche war eine Taktik: ein Trick, den jemand anderes vorgemacht hat, der für eine Weile funktioniert und dann nicht mehr. Ich habe Taktiken gesammelt, statt etwas zu bauen, das mir gehört.

Eine Taktik ist geliehen. Sie gehört dem, der sie erfunden hat, dem Markt, der sie gerade belohnt, oder dem Zufall. Ein System dagegen ist etwas, das man selbst aufbaut, versteht und verbessern kann. Es läuft auch an einem schlechten Tag. Und wenn ein Teil kaputtgeht, tauscht man den Teil aus und fängt nicht bei null an.

Das war die eigentliche Wende: Systeme statt Taktiken. Nicht mehr fragen, was gerade funktioniert, sondern was ich bauen kann, das morgen noch steht.

Der Moment, in dem es gekippt ist

Der erste „Klon“ kam aus einer simplen Beobachtung. Ich habe zugesehen, wie eine KI in wenigen Minuten eine Webseite gebaut hat. Und mein erster Gedanke war nicht „schönes Werkzeug“, sondern: Das ist kein Werkzeug. Das ist ein Mitarbeiter.

Ein Werkzeug muss man bedienen. Einen Mitarbeiter kann man einarbeiten, ihm Aufgaben geben und ihn an Betriebe vermitteln, die genau diese Arbeit brauchen. Also habe ich genau das getan: Ich habe diesen Klon Betrieben angeboten. Daraus kamen die ersten Aufträge. Keine Taktik, die nächsten Monat tot ist, sondern Arbeit, die ein Betrieb wirklich braucht.

Wie ich das heute baue und warum ich es „Klon“ nenne, steht ausführlicher in meinem Text über die Idee hinter dem Clone Looping System. Was ein KI-Agent im Betrieb tatsächlich übernimmt, habe ich in KI-Agenten für Unternehmen aufgeschrieben.

Was ich mitgenommen habe

1. Output statt Theorie

Damals habe ich viel konsumiert und wenig gebaut. Heute ist meine Regel umgekehrt: Was nicht läuft, zählt nicht. Ein halbfertiges System, das einen echten Arbeitsschritt übernimmt, ist mehr wert als zehn Videos darüber, wie man eins bauen könnte.

2. Nicht jedem Trend hinterherlaufen

Dropshipping, Trading und Memecoins hatten eins gemeinsam: Ich war nie der, der das Spiel gebaut hat, sondern der, der mitgespielt hat. Heute frage ich bei jeder neuen Idee zuerst, ob ich daraus etwas Eigenes baue oder nur wieder mitspiele.

3. Ehrlich bleiben, auch über das Scheitern

Ich bin kein Guru und will keiner sein. Wer nur Erfolge zeigt, verkauft eine Abkürzung, die es nicht gibt. Deshalb mache ich auch keine Verdienstversprechen — weder hier noch in meiner Community. Was jemand aus einem System macht, hängt an ihm, an seinem Markt und an Arbeit, die ihm keiner abnimmt.

4. Wissen, wofür man baut

Mein Vater arbeitet mit über 60 immer noch. Ich baue, damit er aufhören kann. Dieser Satz trägt mich durch die Tage, an denen nichts funktioniert, mehr als jede Motivation aus dem Internet.

Was daraus geworden ist

Heute baue ich Systeme statt Taktiken — für mich und für andere. Mit NextCore baue und betreibe ich KI-Agenten und Automationen für Unternehmen. Intern läuft mein Betrieb auf einem eigenen KI-Betriebssystem, über das ich in ESIS: mein KI-Betriebssystem schreibe. Und mit Jarvis baue ich an meinem eigenen KI-Klon.

Im Vertrieb habe ich eine Haltung, die viele überrascht: Ich halte Emotion für wichtiger als Systematik im Gespräch selbst. Warum das kein Widerspruch zu allem oben ist, steht in Warum Emotion Systematik schlägt. Wie KI rund um das Gespräch hilft, beschreibe ich in KI im Vertrieb.

Wer selbst mit KI-Dienstleistungen anfangen will, sollte vorher KI-Agentur gründen lesen. Dort steht auch, warum ich keine Verdienstzahlen nenne.

Wer ich heute bin

Querdenker, Gründer, Systembauer, Sohn. Kein Guru. Ich bin 22, arbeite im DACH-Raum und baue mit Claude jeden Tag Dinge, die vor ein paar Jahren ein ganzes Team gebraucht hätten. Die vier gescheiterten Versuche gehören dazu. Ich verstecke sie nicht, und ich mache sie nicht größer, als sie waren. Sie waren der Preis dafür, den Unterschied zwischen Taktik und System zu verstehen.

Mehr über mich steht auf Über Mario De Luca und auf der Startseite.

Mario De Luca

Mario De Luca Gründer und Systembauer aus dem DACH-Raum. Ich baue mit NextCore KI-Agenten und Automationen für Unternehmen und habe das Clone Looping System (CLS) gegründet. Hier schreibe ich über das, was ich selbst gebaut, getestet oder verbockt habe. Mehr über mich