Journal · KI-Klon · 8 Min

Jarvis: Wie Mario De Luca seinen eigenen KI-Klon baut

Als Kind war Jarvis für mich die coolste Figur in Iron Man – nicht der Anzug, sondern die Stimme, die mitdenkt. Heute baue ich meinen eigenen. Er ist noch Beta, er macht Fehler, und er arbeitet trotzdem jeden Tag mit.

Von · 13.10.2026

Kurz: Jarvis ist mein persönlicher KI-Klon, gebaut mit Claude und Claude Code. Er baut Webseiten, findet Leads, schreibt Outreach-Entwürfe, arbeitet To-dos ab und lässt sich per Sprache steuern. Er ist Beta – also ein Werkzeug im Aufbau, kein fertiges Produkt.

Der Moment, in dem es klick gemacht hat

Die Idee zu einem eigenen Klon kam nicht aus einem Film, sondern aus einer Beobachtung. Ich habe zugesehen, wie eine KI in wenigen Minuten eine Webseite gebaut hat. Nicht einen Entwurf, nicht eine Skizze, sondern eine Seite, die man zeigen konnte. Mein erster Gedanke war: Das ist kein Werkzeug. Das ist ein Mitarbeiter.

Ich habe diesen ersten „Klon“ damals Betrieben angeboten, und daraus kamen meine ersten Aufträge. Davor hatte ich mit 18 vier Anläufe hinter mir, die alle nichts geworden sind – die Geschichte steht in meinem Text über die vier gescheiterten Versuche. Der Unterschied diesmal: Ich habe nicht eine neue Taktik ausprobiert, sondern ein System gebaut, das Arbeit wirklich erledigt.

Jarvis ist die konsequente Weiterführung dieses Gedankens. Nicht ein Klon für eine Aufgabe, sondern einer, der mit mir durch den Tag geht.

Was Jarvis heute kann

Webseiten bauen

Das war der Ursprung, und es ist immer noch eine der Stärken. Ich beschreibe, was eine Seite leisten soll, Jarvis baut einen ersten Stand, ich schaue drüber und gebe Korrekturen. Der Engpass ist nicht mehr das Bauen, sondern das Wissen, was eine gute Seite ausmacht.

Leads finden

Jarvis sucht Betriebe, die zu einem Angebot passen, und sammelt, was man vor dem ersten Kontakt wissen sollte. Wer angesprochen wird, entscheide ich. Eine Maschine kann sortieren, aber sie weiß nicht, bei wem es sich richtig anfühlt.

Outreach schreiben

Jarvis schreibt Entwürfe für die erste Nachricht und für den Nachfass. Entwürfe, nicht automatische Sendungen. Wichtig dabei: Eine Maschine ändert nichts an der Rechtslage. Wer Werbe-E-Mails ohne Einwilligung verschickt, hat mit Vorlage dasselbe Problem wie ohne. Was ich dazu aus der Praxis weiß, steht in KI im Vertrieb – als Arbeitsgrundlage, nicht als Rechtsberatung.

To-dos abarbeiten

Ich gebe Jarvis eine Aufgabe, und er arbeitet sie ab, so weit er kann. Wo er nicht weiterkommt, sagt er es. Das klingt banal, ist aber der eigentliche Wert: Ein Klon, der zugibt, wo er festhängt, ist brauchbarer als einer, der so tut, als wäre alles erledigt.

Sprachsteuerung

Ich kann Jarvis ansprechen statt zu tippen. Das ist der Teil, der am meisten nach Iron Man aussieht, und gleichzeitig der Teil, der am meisten Alltag verändert: Eine Idee, die ich im Gehen ausspreche, landet als Aufgabe, statt verloren zu gehen.

Wie ein KI-Klon im Prinzip funktioniert

Ein Klon ist kein einzelnes Programm, sondern eine Kette: Eingabe, Verständnis, Ausführung, Ergebnis. Die Eingabe ist Sprache oder Text. Das Verständnis übernimmt ein Sprachmodell – bei mir Claude. Die Ausführung passiert über Werkzeuge, auf die der Klon zugreifen darf: Dateien, Browser, Code. Und am Ende steht ein Ergebnis, das ein Mensch prüft.

Der Unterschied zwischen einem Chat und einem Klon liegt in genau diesen Werkzeugen. Ein Chat antwortet. Ein Klon handelt. Was so ein Agent leisten kann und wo er an Grenzen stößt, habe ich in KI-Agenten für Unternehmen genauer aufgeschrieben. Welche Bausteine man dafür braucht, steht in KI-Tools für Unternehmen.

Warum ich ihn selbst baue statt einen fertigen Assistenten zu nehmen

Es gibt fertige Assistenten, und viele davon sind gut. Ich baue meinen trotzdem selbst, aus drei Gründen. Erstens verstehe ich jedes Teil. Wenn Jarvis etwas falsch macht, weiß ich, an welcher Stelle der Kette ich suchen muss, statt auf ein Update zu warten. Zweitens passt er sich an meine Arbeit an und nicht umgekehrt: Welche Werkzeuge er benutzen darf, welche Aufgaben er übernimmt und wo er stoppt, lege ich fest. Drittens lerne ich beim Bauen genau das, was ich anderen später zeige. Ein Klon, den man nur benutzt, bleibt eine Blackbox. Ein Klon, den man selbst gebaut hat, wird zu einem Handwerk, das man weitergeben kann.

Der Preis dafür ist Zeit. Selbst bauen heißt, dass Dinge kaputtgehen, die bei einem fertigen Produkt jemand anderes repariert hätte. Für mich ist das ein fairer Tausch, weil das Wissen bei mir bleibt.

Jarvis und ESIS – was ist der Unterschied?

Ich werde oft gefragt, warum ich zwei Systeme habe. ESIS ist das Betriebssystem meiner Firma: Es liest in den Teamgruppen mit, schreibt Tagesberichte, meldet Leads und hält das Firmengedächtnis zusammen. Es arbeitet für die Firma. Jarvis ist mein persönlicher Klon. Er arbeitet für mich und mit mir, an dem, was ich gerade vorhabe.

Man könnte sagen: ESIS ist das Büro, Jarvis ist die rechte Hand. Beide nutzen dieselbe Grundidee – KI als Mitarbeiter statt als Spielzeug –, aber sie lösen unterschiedliche Probleme.

Warum Beta ehrlich ist

Ich nenne Jarvis bewusst Beta. Er macht Fehler. Manchmal versteht er eine Aufgabe anders, als ich sie gemeint habe. Manchmal ist ein Ergebnis zu glatt, und man merkt, dass da keine Erfahrung dahintersteht. Wer behauptet, ein KI-Klon sei fertig und fehlerfrei, verkauft etwas.

Was ich daraus gelernt habe, sind drei Regeln:

  • Klare Aufträge schlagen kluge Modelle. Je genauer ich beschreibe, was ich will, desto besser wird das Ergebnis. Die meisten schlechten Ergebnisse waren schlechte Aufträge.
  • Prüfen bleibt Menschensache. Jarvis baut, ich schaue drüber. Gerade bei allem, was nach außen geht, gibt es kein „passt schon“.
  • Das Gespräch bleibt beim Menschen. Jarvis bereitet vor und fasst nach, aber er verkauft nicht. Warum, erkläre ich in Vertrieb: Emotion statt Systematik.

Wo ein Klon aufhören sollte

Ein Klon kann viel, aber er sollte nicht alles. Er sollte nicht im Namen von Menschen sprechen, ohne dass sie es wissen. Er sollte keine Entscheidungen treffen, die Geld, Verträge oder Vertrauen betreffen. Und er sollte nicht so tun, als wäre er ein Mensch. Diese Grenzen ziehe ich nicht, weil die Technik es nicht könnte, sondern weil ich mit dem Ergebnis leben muss.

Für wen ein eigener Klon Sinn ergibt

Ein eigener Klon lohnt sich für Menschen, die viele wiederkehrende Aufgaben haben und bereit sind, sie sauber zu beschreiben. Er lohnt sich nicht für jemanden, der hofft, dass eine KI ihm sagt, was er tun soll. Der Klon verstärkt, was schon da ist – Klarheit genauso wie Chaos.

Genau daraus ist das Clone Looping System entstanden: die Idee, dass jeder seinen eigenen Klon bauen und ihn an lokale Betriebe vermieten kann. Wer stattdessen einen fertigen Agenten für sein Unternehmen gebaut und betreut haben will, ist bei NextCore richtig.

Jarvis ist für mich kein Showprojekt. Er ist der Beweis, dass ein 22-Jähriger ohne Informatikstudium sich die rechte Hand bauen kann, die er sich als Kind ausgemalt hat. Mehr über mich und meinen Weg steht auf der Startseite.

Mario De Luca

Mario De Luca Ich bin Mario De Luca, 22, Gründer und Systembauer aus dem DACH-Raum, und baue mit NextCore KI-Agenten und Automationen für Unternehmen. Jarvis ist mein persönliches Projekt – im Journal halte ich fest, was funktioniert und was nicht. Mehr über mich · Alle Journal-Texte

Den eigenen Klon bauen

Im Clone Looping System beschreibe ich den Ablauf, mit dem man einen eigenen KI-Klon baut und einsetzt – Schritt für Schritt, ohne Versprechen, was dabei herauskommt.

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